Wissenschaftlicher Sammelband, herausgegeben von Thomas Tinnefeld - unter Mitarbeit von Matthias Ballod, Jan Engberg, Katja Lochtman, Günter Schmale, Veronica Smith. Saarbrücken: htw saar 2016. ISBN 978-3-942949-11-8

Textkompetenz in Fremdsprachenvermittlung

und Übersetzerausbildung – ein korpusbasierter

Sprach- und Registervergleich zu

Kohäsionsmitteln im Englischen und Deutschen


Katrin Menzel (Saarbrücken)


Abstract (English) 
One of the key objectives of contrastive linguistics is to raise awareness of contrasts and similarities between different languages, carrying clear implications for foreign language pedagogy and translator training. The present paper will discuss cohesive ellipses from a contrastive point of view with a focus on English and German as well as the relationship between ellipsis, substitution and lexical cohesion. Ellipses have been annotated in a bilingual corpus comprised of English and German texts from various written and spoken registers. For a large subpart of the corpus, sentence-aligned translations are available. The corpus analysis seems to confirm the hypothesis that there are typical text-type specific frequencies and distribution patterns of ellipses as features of major structural and stylistic importance. As a result of this study, an extensive, structured and commented collection of authentic corpus examples of ellip­ses in English and German and of translation strategies for cohesive devices with regard to this language pair has been compiled, which can be used in the field of foreign language teaching or translator training so as to help students understand what factors influence the choice between an ellipsis as a cohesive device and alternative lexico-grammatical structures. 
Keywords: Textual cohesion, corpus based methods, contrastive linguistics, ellipsis

Abstract (Deutsch) 
Ein zentrales Ziel der kontrastiven Linguistik ist die Bewusstmachung von Kontrasten und Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Sprachen als Grundlage für den Fremd­sprachenunterricht und die Ausbildung von Übersetzern. In der vorliegenden Studie werden kohäsive Ellipsen aus kontrastiver Perspektive mit Schwerpunkt auf dem Sprachenpaar Englisch-Deutsch untersucht. Des Weiteren wird der Zusammenhang zwischen Ellipsen, Substitution und lexikalischer Kohäsion thematisiert. Ellipsen wurden in einem bilingualen Korpus annotiert, welches aus geschrieben- und ge­sprochensprachlichen englischen und deutschen Originaltexten besteht, wobei für die geschriebenen Texte auch ihre satzalignierten Übersetzungen in der jeweils anderen Sprache vorliegen. Die Korpusanalyse scheint die Hypothese zu bestätigen, dass Ellipsen mit textsortenspezifischen Häufigkeiten als Kohäsions- und Stilmittel eingesetzt werden. Im Rahmen dieser Studie wurde eine umfangreiche Sammlung von authentischen Belegen für Ellipsen im Englischen und Deutschen und ihren jeweiligen Entsprechungen und Übersetzungsvarianten in der jeweils anderen Sprache erstellt. Fremdsprachenlerner und angehende Übersetzer können von dieser Sammlung kommentierter Belege profitieren, um sich sprachübergreifend die Funktion bestimmter Kohäsionsmittel in unterschiedlichen Kommunikationsszenarien bewusst zu machen. 
Stichwörter: Textkohäsion, korpusbasierte Methoden, Kontrastive Linguistik, Ellipsen


1 Hintergrund

Ein zentrales Ziel der kontrastiven Linguistik ist die Bewusstmachung von Kon­trasten und Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Sprachen als wichtige Grundlage für den Fremdsprachenunterricht und für die Ausbildung von Über­setzern und Autoren fremdsprachlicher Texte. Zum englisch-deutschen Sprach­vergleich existieren einige überblicksartige Standardwerke (Hawkins 1986, König & Gast 2007) und auch Publikationen zu sehr spezifischen kontrastiven Fragestellungen (z. B. Fischer 2013 zu Satzstrukturen), wobei in Werken der letzten Jahre verstärkt auf empirische, korpusbasierte Analysen, textsorten­spezifische Häufigkeiten und nicht-konstruierte Beispiele, die in einen authen­tischen sprachlichen Kontext eingebettet sind, Wert gelegt wird. Auch Schmale (2012: 172) zeigt auf, dass korpusbasierte Analysen für die Entwicklung realisti­scher und lerneradäquater Modelle in der Fremdsprachendidaktik unverzichtbar sind.

Kohäsionsmittel wurden bisher kaum kontrastiv untersucht. Das von der DFG geförderte Projekt German-English contrasts in cohesion – towards an empiri­cally-based comparison (s. Projektwebsite: http://www.gecco.uni-saarland.de/;  17.09.2016) leistet einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke. Das Korpus, das dieser Arbeit zugrunde liegt, ist das bilinguale Korpus GECCo, das im Rahmen des Projektes entwickelt und mit Informationen über Kohäsions­mittel annotiert wurde.

Im vorliegenden Beitrag werden als Fallstudie Ellipsen, welche als Kohäsions­mittel verwendet werden können, sprach- und registerübergreifend genauer be­trachtet. Es soll gezeigt werden, dass Ellipsen im Englischen und Deutschen in verschiedenen Textsorten gezielt eingesetzt oder auch vermieden werden und dass ein komplexer Zusammenhang zwischen Ellipsen und anderen Textver­knüpfungsmitteln – insbesondere der Substitution und der lexikalischen Kohä­sion – besteht. Hierzu wurden verschiedene Subtypen elliptischer Strukturen und ihre gegebenenfalls vorhandenen textuellen Bezugselemente in dem eng­lisch-deutschen Korpus annotiert und hinsichtlich ihrer Häufigkeiten und Über­setzungsmöglichkeiten ausgewertet.


2 Ellipsen im Englischen und Deutschen

Ellipsen als lexikalische und syntaktische Auslassungen spielen eine wichtige Rolle als stilistisch markierte Strukturen sowie als Indikatoren für Sprach­ökonomie oder konzeptionelle Mündlichkeit. Werden sie als Kohäsionsmittel verwendet, tragen sie zur Textkohäsion und Textkohärenz bei. Sowohl im Engli­schen als auch im Deutschen kann angenommen werden, dass die Gebrauchs­häufigkeiten bestimmter Ellipsensubtypen zu den typischen Merkmalen ver­schiedener Register und Textsorten beitragen. Dies lässt sich an der folgenden Korpusstudie belegen.

Endophorische Ellipsen, welche als Textverknüpfungsmittel verwendet werden können, lassen sich in nominale, verbale und klausale Ellipsen unterteilen (Halliday & Hasan 1976).1 Bei nominalen Ellipsen wird das Kopfnomen in einer Nominalphase ausgelassen, so dass nur der Modifikator des Nomens – bei­spielsweise ein Zahladjektiv – als verbleibende Rest-Konstituente (Remnant) übrigbleibt.

    Beispiel:
     (1a) There are many reasons why Britain is good for Europe. Let me choose just four [ ]. (EO_ESSAY_013)2
    (1b) Es gibt viele Gründe, warum Großbritannien gut für Europa ist. Ich möchte vier [ ] herausgreifen. (GTRANS_ESSAY_013)

Als verbale Ellipsen werden Auslassungen in der Verbalphrase bezeichnet.

     Beispiel:
     (2) Brass bands had not been invented during the time of Giraldus Cambrensis. If they had been [ ], he certainly would have commented on them in detail. (EO_TOU_007)
Oft handelt es sich dabei nicht allein um die Auslassung eines Hilfs-, Modal- und / oder lexikalischen Verbs, sondern es fallen gleichzeitig auch weitere da­zugehörige Satzglieder wie Objekt oder Adverbialbestimmungen weg.

Zur Kategorie der klausalen Ellipsen zählen Auslassungen einer oder mehrerer Konstituenten innerhalb eines Satzes oder Teilsatzes, beispielsweise im zwei­ten Teil von Adjazenzpaaren wie Frage-Antwort-Sequenzen.

     Beispiel:
     (3) Who said that? My parents [ ]. (ETRANS_FICTION_001)
Zwischen verbalen und klausalen Ellipsen, wie sie bei Halliday & Hasan be­schrieben werden, lässt sich keine sehr scharfe Grenze ziehen (Halliday & Hasan 1976: 197). Im ersten Fall wird die vollständige Verbalphrase als Aus­gangspunkt und Referenzeinheit genommen, im zweiten Fall der clause, zu dem bei grammatikalischer Vollständigkeit auch eine Verbalphrase gehört. Aufgrund ihrer formalen Ähnlichkeiten bzw. Abgrenzungsschwierigkeiten und der relativ geringen Häufigkeiten für Einzelkategorien in den Korpusdaten bei einer zu feingliedrigen Typologisierung werden beide Kategorien in der vorlie­genden Studie vorerst unter einer gemeinsamen Kategorie zusammengefasst. Die Ergebnisse der Studie können bei Bedarf jedoch nach detaillierteren Sub­typen gefiltert und analysiert werden. Wichtig für die Klassifikation der unter­suchten nominalen bzw. verbalen / klausalen Ellipsen ist, dass sie als Resultat einer Auslassung im Hinblick auf eine zugrundeliegende vollständige Struktur interpretiert werden. Derartige Ellipsen werden als Kohäsionsmittel verwendet, wenn sie einen satz- oder teilsatzübergreifenden textuellen Bezug auf ein An­tezedens haben. 

Nicht alle endophorischen Ellipsen sollten als Kohäsionsmittel aufgefasst wer­den. Nicht-kohäsiv verwendete Ellipsen werden in der Korpusanalyse zu Ver­gleichszwecken jedoch ebenfalls unter einer speziellen Kategorie erfasst. Zu den nicht-kohäsiven Ellipsen zählen exophorische, situationsdeiktische Bei­spiele (z. B. I’ll take four [ ] + Zeigegeste) und kontextunabhängige, konven­tionalisierte Ellipsen (z. B. at the doctor’s [ ], ETRANS_FICTION_010), welche aber in den vorliegenden Korpusdaten äußerst selten vorkommen. Häufiger unter den Ellipsen, die nicht primär der Textverknüpfung dienen, sind Fälle, die im gleichen Teilsatz wie das Antezedens oder lediglich in einem Beisatz vorkommen, und auch solche, die ausschließlich in Koordinationen möglich sind und nicht zur Verknüpfung von über die koordinierte Struktur hinausgehenden Textpassagen geeignet sind. Hierzu gehören nominale Ellipsen in koordinierten Nominalphrasen (z. B. today's world and tomorrow's [ ], EO_ESSAY_004) oder in Appositionen (z. B. the European single market, the world's largest [ ], EO_ESSAY_011) sowie Auslassungen von Verben in Gapping-Konstruktionen (The coast is spectacular and the landscape [ ] diverse, EO_TOU_006). Die äußerst häufig vorkommenden Subjektlücken3 und Subjekt+Hilfsverb-Lücken in Koordinationsstrukturen (z. B. Er fuhr nach Berlin und [ ] besuchte sie oder Ferguson was fined £20,000 and [ ] given a four-match touchline ban (Clarke 2012: 168)) bleiben bei dieser Analyse vorerst unberücksichtigt, da sie in beiden Sprachen die grammatische Norm in Koordinationsstrukturen mit dem gleichen Subjekt sind (s. z. B. Greenbaum & Nelson 1999: 123), und da sie auch nicht als Kohäsionsmittel zur Verknüpfung verschiedener Sätzen dienen können. Die Vollform anstelle einer solchen Lücke wäre hier die Ausnahme, während Ellipsen als Kohäsionsmittel, wie sie im Mittelpunkt dieser Studie ste­hen, nicht sehr häufig verwendet werden und stets eine optionale Kategorie sind. Andere Arten von Satzfragmenten sind nicht primär das Resultat einer syntaktischen Auslassung und werden hier von Ellipsen generell unterschieden. Zwar werden einige dieser Strukturen in der Literatur zuweilen auch als Ellipsen bezeichnet, aber mehrere Gründe sprechen dafür, sie als gesonderte Fälle zu betrachten. Dazu gehören Anakoluthe und Aposiopesen als grammatische Abweichungen vom regulären Satzbau sowie Überschriften, formulaische und nicht-satzförmige Wendungen und Einwortsätze als eigenständige Strukturen.4 Auch durch Herausstellungsstrukturen (Altmann 1981: 45ff) wie Ausrahmungen oder Nachträge, die den Inhalt des vorausgehenden Satzes präzisieren, können Fragmente entstehen.
     
     Beispiel:
  (4) Aber wenn diese Regel wirklich beherzigt wird, dann können die Arbeits­losenzahlen bald wieder sinken. Und zwar dauerhaft. (GO_SPEECH_007)5
Einige Fragmente sind typisch für bestimmte schriftliche Textsorten, z. B. Be­dienungsanleitungen, während andere eher in Konversationen vorkommen (Biber et al. 1999: 1037-1125). Solche Satzfragmente werden in der Korpus­analyse ebenfalls gesondert zu Vergleichszwecken erfasst. Ihre Funktion und Struktur kann vielfältig sein; hier werden sie vorerst zusammengefasst, um sie von den eigentlichen Ellipsenfällen zu unterscheiden. Es soll u.a. der Frage nachgegangen werden, ob ein Zusammenhang zwischen der Anzahl von ko­häsiven Ellipsen, nicht-kohäsiven Ellipsen und anderen Fragmenten im Text besteht. Die letzteren beiden tragen – wie bereits erwähnt – nicht speziell zur Textkohäsion bei. Fragmente können entweder einen abgehackten, stichpunkt­artigen Schreibstil oder gesprochene Sprache kennzeichnen, während nicht-kohäsive Ellipsen vermutlich bevorzugt innerhalb von Satzgefügen in schrift­lichen Texten mit komplexen syntaktischen Strukturen vorkommen.

3 Der Zusammenhang zwischen kohäsiven Ellipsen, Substitution und lexikalischer Kohäsion

Im Vergleich zu anderen Textverknüpfungsmitteln werden kohäsive Ellipsen sparsamer, dafür aber – meist zusätzlich zu ihrer Funktion als Kohäsionsmittel – auch als Stilmittel mit bestimmten Zwecken verwendet. Als Kohäsionsmittel tragen sie dazu bei, Beziehungen zwischen Textelementen herzustellen, und zwar erfolgt hierbei der Textverweis durch Leerstellen in der textuellen Ober­flächenstruktur. Zu ihren Funktionen gehört auch, Wortwiederholungen zu ver­meiden und bestimmte Konstituenten besser hervorzuheben, was u.a. in expressiven und persuasiven Textsorten häufig zur gezielten Verwendung von kohäsiven Ellipsen führt. Bestimmte kohäsive Ellipsen können Versprach­lichungsstrategien zur Erhöhung der Informationsdichte – beispielsweise in nar­rativen oder sachbezogenen Schrifttexten – sein, während andere Ellipsen­subtypen als Mittel der Sprachökonomie eher mit der gesprochenen Sprache assoziiert werden und überdies in der Distanzsituation eines geschriebenen Textes eine fiktive Nähesprache suggerieren können. Wenn eine endopho­rische Ellipse verwendet wird, ist dies in der Regel nicht die einzige Möglichkeit, um Kohäsion zu erzeugen. Für kohäsive Ellipsen, die im Allgemeinen zur Knappheit und Ökonomie sprachlicher Ausdrücke beitragen, existieren unter den Kohäsionsmitteln verschiedene Alternativen. Eine Ellipse kann insbeson­dere durch die Verwendung von lexikalischen Kohäsionsmitteln oder Pro-Formen, die als Substitute eingesetzt werden, vermieden werden. Sowohl Ellip­sen als auch diese anderen Mittel können begleitet werden von personaler, demonstrativer oder komparativer Referenz (Halliday & Hasan 1976: 37ff), wenn gleichzeitig auch demonstrative Begleiter, Possessiva oder Vergleichs­ausdrücke verwendet werden.
Ellipsen und Substitutionen werden den grammatischen Kohäsionsmitteln zuge­rechnet, während wörtliche Wiederholungen und die Wiederaufnahme von Kon­zepten durch Inhaltswörter, die eine semantische Relation zwischen dem anaphorischen Ausdruck und dem Antezedens verdeutlichen, zu den lexika­lischen Kohäsionsmitteln zählen. In dem folgenden Satz könnte beispielsweise auch ein Substitut (their first one) verwendet werden oder als Mittel der lexikalischen Kohäsion eine Wortwiederholung (their first language) oder auch ein Synonym bzw. eine Paraphrase (their native tongue).

     Beispiel:
  (5) Our students take on a new language the same way they did their first [ ]. (EO_WEB_004)
Lexikalische Kohäsionsmittel erfüllen andere Zwecke als Ellipsen. Synonymie, Hyperonymie und Meronymie als Subkategorien der lexikalischen Kohäsions­mittel dienen beispielsweise dazu, einen vielfältigen Wortschatz in einem Text einzusetzen und dabei übermäßige Wiederholungen zu vermeiden. Durch den Einsatz assoziativer oder verwandter Begriffe lassen sich semantische Rela­tionen verdeutlichen oder im jeweiligen Kontext erst definieren. Des Weiteren führt ihre Verwendung dazu, einen Sachverhalt klarer oder erneut, aber mit anderen Worten zu illustrieren oder verschiedene Aspekte eines Kon­zepts zu beleuchten. Da zahlreiche Synonyme nur eine ungefähre Bedeutungsidentität oder auch zusätzliche Konnotationen aufweisen, lassen sich feine Nuancen durch Wörter mit Bedeutungsgemeinsamkeiten oder -ähnlichkeiten hervor­heben. Sogenannte general nouns (Halliday & Hasan 1976: 274) als seman­tisch unspezifische Hyperonyme und Vielzweckwörter (z. B. fact, idea, thing, people) befinden sich an der Schnittstelle zwischen grammatischer und lexika­lischer Kohäsion und können Vagheit, Unbestimmtheit und Nicht-Spezifizität ausdrücken oder Sachverhalte zusammenfassen. Lexikalische Rekurrenzen, d.h. Wiederholungen von Lexemen in der Funktion lexikalischer Kohäsions­mittel, können hingegen das Textverständnis erleichtern sowie zu terminologi­scher Konsistenz und zur Vermeidung von Ambiguität beitragen. Auch metrische und ästhetische Gründe können für die Verwendung von Wortwieder­holungen sprechen. Durch dieses Mittel lassen sich Symmetrie und Parallelis­men oder rhetorische Figuren zur Betonung oder Bekräftigung einer Aussage erzielen. Im Diskurs können lexikalische Rekurrenzen von kom­plexer Natur sein und von Modifikationen prosodischer Strukturen begleitet werden. Partielle Re­kurrenzen sind nicht-exakte Wiederholungen mit Variation bestimmter Kom­ponenten, beispielsweise von Wortkomponenten in Komposita. Sie können der Verallgemeinerung oder Erweiterung von Begriffen dienen, z. B. als Hyperonym / Hyponym (water / groundwater) oder zur Hervorhebung von Gegensätzen durch Ko-Hyponyme bzw. Antonyme (Fremdsprache / Mutter­sprache).


Als Substitute hingegen bezeichnen Halliday & Hasan (1976: 91ff) eine kleine Gruppe grammatischer Elemente mit wenig semantischem Inhalt. Sie dienen der Vermeidung von Wiederholungen, fügen jedoch nicht viel neue Information im Text hinzu und stechen also weniger hervor als ein Mittel der lexikalischen Kohäsion. Halliday & Hasan unterscheiden die Ersetzung lexikalischer Elemen­te durch grammatische Substitute (z. B. one für Nomen, do für Verben oder so für Teilsätze) von Ersetzungen durch andere Pro-Formen wie beispielsweise Pronomen. Diese behandeln sie gesondert unter der Kategorie Referenzmittel, da semantische Relationen zwischen Pronomen und Antezedenzien durch Ko-Referenz entstehen können. Quirk et al. (1985: 75ff, 854ff) zählen allerdings noch mehr Formen zu den Substituten und erklären, dass eine Pro-Form ent­weder durch Ko-Referenz oder Substitution mit dem Antezedens verbunden ist. Diese Konzepte sind laut Quirk et al. (1985: 803) prinzipiell sehr verschieden, überlappen sich aber in der Praxis. 
 

Die Entscheidung, zur Erzeugung von Kohäsion in einem Text Ellipsen, Sub­stitution oder lexikalische Kohäsionsmittel zu verwenden, beeinflusst die Struk­tur und Dichte lexikalischer Ketten, also die Abfolge lexikalischer Elemente im Text, die durch semantische Relationen miteinander verbunden sind (vgl. Morris & Hirst 1991 zu lexical chains). Die Motivation für solche diskursorganisa­torischen Entscheidungen wird beeinflusst von sprach- und registerspezifischen Eigenschaften sowie individuellen stilistischen Präferenzen. 
 

Translation shifts in Übersetzungen, bei denen bestimmte Kohäsionsmittel aus dem Ausgangstext im Zieltext durch andere Mittel ersetzt werden bzw. bei denen im zielsprachlichen Text Kohäsionsmittel hinzugefügt oder weggelassen werden, wurden in der Vergangenheit speziell im Zusammenhang mit der Ex­plizierungshypothese (Blum-Kulka 1986) untersucht. Falls Übersetzungen – bedingt durch den Translationsprozess im Allgemeinen – tendenziell expliziter werden als Originaltexte, kann man beispielsweise annehmen, dass Übersetzer systematisch Konnektoren hinzufügen oder Pro-Formen durch Inhaltswörter er­setzen. Ellipsen als Kohäsionsmittel und Verschiebungen, die sich in Überset­zungen beim unterschiedlichen Gebrauch von Ellipsen, Substitution und lexika­lischer Kohäsion ergeben, sind jedoch bisher weitgehend unberücksichtigt geblieben und sollen daher im Folgenden anhand der Korpusdaten aus dem GECCo-Korpus analysiert werden.

4 Ellipsen in einem bilingualen Korpus geschriebener und gesprochener Texte

Das GECCo-Korpus besteht aus muttersprachlichen englischen und deutschen Originaltexten aus verschiedenen geschrieben- und gesprochensprachlichen Registern, wobei für die geschriebenen Texte auch ihre Übersetzungen in die jeweils andere Sprache vorliegen.6 Es umfasst also sowohl parallele als auch vergleichbare Subkorpora für Englisch und Deutsch. Für die vorliegende Untersuchung wurden die englischen und deutschen Ausgangstexte und ihre jeweiligen satz-alignierten Übersetzungen der acht geschriebensprachlichen Register untersucht: politische Aufsätze (ESSAY), Belletristik (FICTION), Bedie­nungsanleitungen (INSTR), populärwissenschaftliche Texte (POPSCI), Ak­tionärsbriefe (SHARE), vorformulierte politische Reden (SPEECH), Tourismus­prospekte (TOU) und Webseiten von Firmen und Organisationen (WEB).7 Als gesprochensprachliche Textsorten wurden akademische Vorträge (ACADEMIC) und Interviews über Beruf und Alltagsleben (INTERVIEW) untersucht, außer­dem Dialoge aus Internetforen (FORUM), die sowohl Elemente der Schriftlich­keit als auch solche der Mündlichkeit enthalten und eine Sonderstellung im Vergleich mit herkömmlichen Kommunikationsformen einnehmen. Jedes der jeweiligen Subkorpora – z. B. deutsche Übersetzungen englischer politischer Reden (GTRANS_SPEECH) – umfasst zumeist je zehn Texte und ca. 30.000 Tokens. Im GECCo-Korpus wurden für alle Arten von Kohäsionsmitteln Anno­tationen vorgenommen. Das Annotationsschema für Ellipsen und die einzelnen Kategorien sind in detaillierten projektinternen Richtlinien dokumentiert sowie in Menzel (im Druck). In Menzel & Lapshinova-Koltunski (2014) sind weitere Details zum Korpusaufbau beschrieben. 
 

Während andere Kohäsionsmittel teilweise automatisch vorannotiert und nur noch manuell nachkorrigiert werden konnten, war dies bei Ellipsen nicht mög­lich, da man hierfür nicht automatisch nach bestimmten Wörtern oder Oberflä­chenformen suchen kann, sondern nur nach potentiellen Ellipsen-Umgebungen, Triggerstrukturen oder sprachlichen Einheiten, die irgendeine Form der Aus­lassung enthalten. Aufgrund der zahlreichen möglichen Ellipsen-Umgebungen und Fragmentstrukturen in den unterschiedlichen Kommunikationsszenarien der Korpustexte erwies sich eine manuelle Annotation der oben beschriebenen Ellipsen- und Fragmentarten sowie ihrer gegebenenfalls vorhandenen Anteze­denzien als bedeutend genauer als jegliche automatische Identifikations­methoden.8 Auf der Basis der grammatischen und syntaktischen Strukturen typischer Umgebungen der annotierten Ellipsen9 sowie auf der Basis von ermit­telten Informationen zu durchschnittlichen Distanzen zwischen Antezedens und endophorisch verwendeten Ellipsen können allerdings bessere automatische Annotationsmöglichkeiten für die jeweils sprach- und registerspezifischen re­levantesten Fälle entwickelt werden. Die inzwischen im Korpus annotierten Kohäsionsmittel können gezielt abgefragt werden, und die jeweiligen Beispiel­kontexte und Häufigkeitswerte pro untersuchter Kategorie und untersuchtem Subkorpus können extrahiert und anschließend statistisch ausgewertet werden.

Die Korpusanalyse bestätigt die Hypothese, dass Ellipsen mit unterschied­lichen, registerspezifischen Häufigkeiten als Kohäsions- und Stilmittel einge­setzt werden. In Abb. 1 wird die Verteilung von kohäsiven Ellipsen in englischen und deutschen Originaltexten gezeigt:

 
Abb. 1: Gesamtanzahl kohäsiver Ellipsen (nominale + verbale / klausale        Auslassungen) in verschiedenen Registern englischer (EO) und deutscher Originaltexte (GO), normalisiert pro 10.000 Tokens

Insgesamt scheinen die Unterschiede zwischen den beiden Sprachen nicht so groß zu sein wie die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Registern und Textsorten. In beiden Sprachen dienen Ellipsen der Textverknüpfung, und zwar am häufigsten in der gesprochenen Sprache bzw. in mündlichkeitsnahen Registern wie FICTION oder FORUM, welche auch dialogische Passagen ent­halten. Bei den politischen Reden (SPEECH) oder den Aktionärsbriefen (SHARE), die sich direkt an ein bestimmtes Zielpublikum oder eine gewisse Ad­ressatengruppe richten, könnte man annehmen, dass sie ebenfalls bewusst mündlichkeitsnah konzipiert seien. Dies ist aber bei den vorliegenden Daten nicht der Fall, denn sie ähneln eher politischen Essays oder populärwissen­schaftlichen Texten, zumindest hinsichtlich ihrer Verteilung von Kohäsions­mitteln.10
 

Die registerspezifische Verteilung mit geringen Unterschieden zwischen dem Englischen und dem Deutschen insgesamt trifft auch für die einzelnen Sub­typen von Ellipsen zu (Abb. 2).

Vergleicht man die Anzahl der Fälle in den einzelnen Ellipsenkategorien, fällt auf, dass trotz der vielfältigen theoretischen Auslassungsmöglichkeiten in Ver­balphrasen und clauses verbale und klausale Ellipsen in der durchgeführten Korpusanalyse zusammengenommen nur etwa ebenso frequent sind wie die nominalen Ellipsen für sich genommen. In der geschriebenen Sprache und in eher schriftsprachlich konzipierten, monologischen Registern machen nominale Ellipsen dagegen die Mehrheit der kohäsiven Ellipsen aus.


Obwohl kohäsiv verwendete Ellipsen in allen Registern und in der Mehrheit der einzelnen Korpustexte als Strategie zur Textverknüpfung eine wichtige Rolle spielen, werden zahlreiche Ellipsen und Fragmente nicht als Kohäsionsmittel, sondern in einer anderen Funktion verwendet und müssen von den kohäsiven
                   Abb. 2: Anteil nominaler bzw. verbaler / klausaler Ellipsen unter den als
                                 Kohäsionsmitteln verwendeten Ellipsen (pro 10.000 Tokens)

Ellipsen unterschieden werden. In Abb. 3 wird beispielhaft die Verteilung von kohäsiven Ellipsen, nicht-kohäsiven Ellipsen und anderen Fragmenten für die englischen Originaltexte verdeutlicht.
 
Abb. 3: Kohäsive Ellipsen, nicht-kohäsive Ellipsen und andere
Fragmente im Englischen (pro 10.000 Tokens)

Offensichtlich existiert ein Zusammenhang zwischen der Anzahl kohäsiver und nicht-kohäsiver Ellipsen sowie anderer Fragmente im Text. Schriftsprachliche Texte mit einer sehr geringen Zahl kohäsiver Ellipsen weisen in manchen Fällen eine etwas höhere Anzahl nicht-kohäsiver Ellipsen (ESSAY,POPSCI,SPEECH) auf, da Auslassungen in diesen Registern eher als Gapping-Fälle in koordinier­ten Sätzen oder satzintern in komplexen Nominalphrasen verwendet werden. Vergleicht man die Häufigkeiten der satzübergreifend zur Stiftung von Text­kohäsion verwendeten Ellipsen mit denen anderer Fragmente, stellt man fest, dass fast alle Register durch eine höhere Verwendung von Satzfragmenten gekennzeichnet sind (besonders FORUM, INSTR, TOU, WEB). Die akademi­schen Vorträge (ACADEMIC) bilden hierbei die einzige Ausnahme. Einige Regi­ster, die aus relativ heterogenen Einzeltexten bestehen wie FICTION oder FORUM, in denen längere narrative, deskriptive oder argumentative Passagen mit alltagssprachlichen Passagen mit häufigem Sprecherwechsel alternieren, enthalten überdurchschnittlich viele Fälle aller untersuchten Kategorien, da sich den Autoren vielfältige und abwechslungs­reiche Möglichkeiten der Textorgani­sation boten. 
 

Große Unterschiede im Gebrauch der untersuchten Strukturen stellten sich im Vergleich von Originalen und Übersetzungen heraus. Wie in Abb. 4 am Beispiel von nominalen Ellipsen gezeigt, sind die Übersetzungen in den meisten Re­gistern und in beiden Sprachen von einer geringeren Anzahl nominaler kohä­siver Ellipsen geprägt als die jeweiligen Ausgangstexte, wie dies auch bereits in Menzel (2014) anhand einer Fallstudie zu Ellipsen in politischen Reden und ihren Übersetzungen demonstriert wurde. 

 
Abb. 4: Kohäsiv verwendete nominale Ellipsen in Originalen und Übersetzungen beider Sprachen (pro 10.000 Tokens)

Dieser Trend ließ sich registerübergreifend in Bezug auf alle Ellipsen- und Fragmentarten beobachten, denn in den übersetzten englischen und deutschen Texten wurden weitaus weniger solcher stilistisch markierten Strukturen ver­wendet als in den dazugehörigen Texten der Ausgangssprache. In den deut­schen Übersetzungen (GTRANS) aus dem Register FICTION sowie in den Übersetzungen im Register WEB kommen interessanterweise mehr kohäsive nominale Ellipsen vor als in den Originalen. Bei diesen Registern handelt es sich allerdings um Ausnahmen und relativ heterogene Textsorten, die in unseren Daten individuell sehr verschieden sind. Übersetzer von Webtexten verwendeten möglicherweise auch mehr nominale Ellipsen, da die Übersetzun­gen aus anderen Gründen bereits länger wurden als die Ausgangstexte es waren und das Layout der Webseite wohl möglichst beibehalten werden sollte. Bei dem Vergleich beider Sprachen lässt sich beobachten, dass in zahlreichen deutschen Originaltexten weniger nominale kohäsive Ellipsen vorkommen als in englischen Originaltexten. Dies ist bemerkenswert, da nominale Ellipsen im Englischen wegen der geringeren morphologischen Spezifizierung von mög­lichen Modifikatoren in Nominalphrasen bisweilen nicht in Frage kommen, wo sie im Deutschen jedoch passend wären. Eine große Anzahl der nominalen Ellipsen in den Daten folgt jedoch auf Zahladjektive oder gesteigerte Adjektive, was in beiden Sprachen von deren System her möglich ist. Auffällig ist auch, dass die verschiedenen Register der englischen Originale beim Vergleich mit den deutschen Originalen und den jeweiligen Übersetzungssubkorpora oft die höchste oder zumindest die zweithöchste Anzahl kohäsiver nominaler Ellipsen enthalten. In den meisten Registern der englischen Übersetzungen lassen sich jedoch häufig die niedrigsten Werte für diese Ellipsenkategorie feststellen. Daraus lässt sich folgern, dass besonders in den englischen POPSCI-Überset­zungen, aber auch in einigen anderen Registern die Übersetzer offenbar nicht berücksichtigt haben, dass in vergleichbaren englischen Originaltexten dieser Textsorte nominale Ellipsen ein relativ häufig gebrauchtes Kohäsionsmittel sind. Es zeigt sich also hinsichtlich des Gebrauchs von Textverknüpfungsstrategien eine deutliche Diskrepanz zwischen den englischen Originalen und den engli­schen Übersetzungen, wohingegen die deutschen Originale und die deutschen Übersetzungen in Bezug auf diesen Aspekt weitaus näher beieinanderliegen. Allein aus diesen Erkenntnissen lässt sich die Explizierungshypothese, nach welcher Übersetzer unabhängig von Sprachenpaar und Übersetzungsrichtung dazu tendieren, Übersetzungen expliziter zu formulieren, indem sie beispiels­weise Ellipsen durch vollständige Strukturen ersetzen, nicht bestätigen. Expli­zierungen lassen sich besonders bei Übersetzungen aus dem Deutschen ins Englische feststellen, wo Übersetzer elliptische Strukturen des Ausgangstextes im Zieltext anders formulieren und auch an anderen Textstellen kaum Ellipsen verwenden, obwohl dies möglich wäre.

Abgesehen davon lässt sich feststellen, dass in den Übersetzungen aus dem GECCo-Korpus Antezedenzien bzw. die ersten Elemente lexikalischer Ketten in Übersetzungen in der Regel unverändert bleiben. Es wird z. B. in kaum einer Übersetzung ein kataphorischer Verweis durch eine Pro-Form oder eine ellip­tische Phrase eingefügt, wodurch ein Antezedens ersetzt und an eine spätere Textstelle verschoben werden könnte. Übersetzer nutzen bei anaphorischen elliptischen Strukturen jedoch zahlreiche translation shifts:

     Beispiel:
    (6a) There was not one way but many [ ]. He followed first one [ ] and then the other [ ]. (EO_FICTION_002)
   (6b) Nicht ein Weg, sondern eine Vielzahl von Wegen lag vor ihm. Er folgte bald dem einen Pfad, bald dem anderen [ ]. (GTRANS_FICTION_002)
Beispiel (6a) enthält drei anaphorische nominale Ellipsen im englischen Ausgangstext, die sich auf way beziehen. In der deutschen Übersetzung (6b) steht am Anfang der Kette das Lexem Weg, das daraufhin wiederholt und im folgenden Satz durch ein etwas spezifischeres, bedeutungsähnliches Wort (Pfad) ersetzt wird. Anschließend wird eine anaphorische nominale Ellipse ver­wendet, die sich dann aber auf den in der Übersetzung hinzugefügten Begriff und nicht mehr satzübergreifend auf das gleiche Wort wie im Ausgangstext bezieht. Hier entstehen also in der Übersetzung anders strukturierte lexikalische Ketten, und satzübergreifende Ellipsen werden vermieden. 

Steiner (2015: 356ff) nimmt an, dass general nouns in englischen Texten im Allgemeinen aber besonders auch in englischen gesprochensprachlichen Texten sowie in englischen Übersetzungen aus dem Deutschen - ein oftmals gewähltes Kohäsionsmittel sind. Mit der vorliegenden Untersuchung kann be­stätigt werden, dass im Englischen häufig allgemeine Nomen vorkommen, die in deutschen Übersetzungen bisweilen getilgt werden. Im Deutschen kann dann beispielsweise eine nominale Ellipse oder ein spezifischeres Nomen stehen, in einigen Fällen ist es im Deutschen auch möglich, Modifikatoren zu nomina­lisieren, z. B. wird unemployed people zu Arbeitslose in der Übersetzung (EO/GTRANS_ESSAY_012), oder Adjektive vor dem unspezifischen Wort things werden nominalisiert.

    Beispiel:
      (7a) Good things satiate and bad things escalate. (EO_POPSCI_005)
      (7b) Gutes sättigt und Schlechtes eskaliert. (GTRANS_POPSCI_005)
Übersetzer scheinen im Deutschen den nominalisierten Gebrauch von Adjekti­ven (8b) einem elliptisch-attributiven vorzuziehen, bei dem das Bezugswort sowohl semantisch als auch syntaktisch noch implizit vorhanden ist (8c).

    Beispiel:
      (8a) And out of this dark, towards him, stepped three most beautiful ladies. […] And one day we will write it otherwise, that he chose the sparkling ones. (EO_FICTION_002)
      (8b) Und aus dieser Dunkelheit kamen dem Jüngling drei wunderschöne Damen entgegen […] Und eines Tages werden wir die Geschichte anders schreiben; wir werden schreiben, dass er die beiden Prächtigeren wählte. (GTRANS_FICTION_002)
      (8c) Und aus dieser Dunkelheit kamen dem Jüngling drei wunderschöne Damen entgegen […] Und eines Tages werden wir die Geschichte anders schreiben; wir werden schreiben, dass er die beiden prächtigeren [ ] wählte. (Alternative Übersetzungsmöglichkeit mit nicht-nominalisiertem Gebrauch des Adjektivs)
In Bezug auf bestimmte deutsche general nouns lässt sich allerdings beob­achten, dass bei Übersetzungen ins Englische selten ein allgemeiner Begriff oder eine nominale Ellipse gewählt wird, sondern eher ein spezifischeres Nomen (neue Leute new staff, GO/ETRANS_ESSAY_007). Umgekehrt wer­den auch manche spezifische Nomen aus dem englischen Originaltext in der deutschen Übersetzung in einen allgemeineren Begriff umgewandelt (some locals einige Leute, vgl. auch Bsp. (9).

5 Didaktische Implikationen für den Fremdsprachenunterricht und die Ausbildung von Übersetzern

Einige strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Engli­schen und dem Deutschen wurden in der Literatur bereits umfassend behandelt und als Grundlage für den Fremdsprachenunterricht und für die Ausbildung von Übersetzern diskutiert. Königs (2011) beispielsweise behandelt u.a. Partizipial­konstruktionen und Cleft-Sentences aus dem Blickwinkel der Übersetzungs­didaktik. Grammatische und lexikalische Mittel, mit denen Satzfolgen zu kohä­siven und kohärenten Texten verknüpft werden können, werden in Königs (2011) jedoch nur ansatzweise anhand einiger Beispiele zum Gebrauch von Konnektoren behandelt. Auf registerspezifische Besonderheiten wird dabei nicht eingegangen. 
 

Generelle Implikationen eines kontrastiven Vergleichs von Kohäsionsmitteln für die Übersetzungswissenschaft und das Sprachenpaar Englisch-Deutsch wur­den von Steiner (2015: 358ff) angesprochen, der aufzeigt, dass im Deutschen bei anaphorischen referenzidentischen Ausdrücken weniger lokale Ambigui­täten toleriert werden als im Englischen, und dass hierbei in deutschen Über­setzungen eher spezifischere Demonstrativpronomen passend wären – Fälle, bei denen im Englischen in ähnlichen Kontexten ein unspezifischeres it steht. Logisch-semantische Beziehungen zwischen Propositionen sollten bei Überset­zungen aus dem Englischen ins Deutsche teilweise expliziter ausgedrückt werden – z. B. durch die Hinzufügung von Konnektoren –, da solche Zusam­menhänge im Englischen in Textsorten wie dem politischen Essay oder in populärwissenschaftlichen Texten tendenziell etwas impliziter ausgedrückt wer­den können.


Dem Zusammenhang zwischen lexikalischer Kohäsion, Substitution und Ellip­sen als Kohäsionsmitteln ist bisher in monolingualen und kontrastiven Studien kaum Beachtung geschenkt worden. Hierfür lässt sich nach wie vor ein kon­zeptioneller sowie empirischer Forschungsbedarf konstatieren. In der didak­tischen Vermittlung fremdsprachlicher und übersetzerischer Fähigkeiten sollte den Studierenden dieser Zusammenhang verdeutlicht werden, um ihre Text­kompetenz sowohl in ihrer Muttersprache als auch in der Fremdsprache zu fördern. Fremdsprachenlerner wie auch angehende Übersetzer sollten syste­matisch üben, Kohäsionsmittel in geschrieben- und gesprochensprachlichen Registern angemessen einzusetzen und sich die jeweiligen Funktionen ver­schiedener Kohäsionsmittel, eventueller Alternativen und textsortenspezifischer Gebrauchshäufigkeiten bewusstmachen. Nicht nur in der Übersetzerausbildung, sondern generell auch in der Fremdsprachendidaktik sind Übersetzungsübung­en oder Übersetzungsanalysen ein nützliches Mittel, um die kommunikative Kompetenz und Fähigkeiten der Studierenden hinsichtlich der Textrezeption und der Textproduktion zu entwickeln. 
 

Durch die Verwendung von Texten aus Vergleichs- und Parallelkorpora im Unterricht werden Lernende darin geschult, informierte Entscheidungen zwi­schen verschiedenen Möglichkeiten der Textkohäsion nicht allein auf der Basis ihrer Intuition zu treffen. Die Funktionen der einzelnen Kohäsionsmittel sollten in der Übersetzungsausbildung und im Fremdsprachenunterricht anhand authen­tischer Beispiele aus verschiedenen Textsorten diskutiert werden. Mit Hilfe solcher Daten können ausgewählte Kohäsionsmittel in unterschiedlichen Kom­munikationsszenarien gezielt untersucht und mit äquivalenten Strukturen in der Fremdsprache verglichen werden. In Übungen zu Textverknüpfungsmitteln ha­ben Lernende zudem die Möglichkeit, lexikogrammatische Kategorien nicht am Beispiel von Einzelsätzen, sondern in zusammenhängenden Textpassagen zu analysieren und ihr Bewusstsein für die textuelle Organisation sprachlicher In­formationen zu schärfen. 

Neben dem Online-Interface, das von Studierenden für Korpusabfragen genutzt werden kann,11 wurden im Rahmen des Projektes auch Übungen und Arbeits­blätter zum Gebrauch von Ellipsen, lexikalischer Kohäsion und Substitution entwickelt, welche in der Übersetzerausbildung eingesetzt werden und auch in der praktischen Fremdsprachenausbildung Verwendung finden können. Anhand kommentierter Listen zahlreicher Beispiele von Ellipsen in Original und Über­setzung werden die jeweiligen Funktionen der einzelnen Kohäsionsmittel in verschiedenen Textsorten verdeutlicht und mit denen fremdsprachlicher Äquiva­lente und anderen Formulierungsmöglichkeiten verglichen. Die folgenden Bei­spiele aus solchen didaktischen Materialien für Fremdsprachenlerner und an­gehende Übersetzer illustrieren den Gebrauch kohäsiver Ellipsen im Englischen und im Deutschen. In Kommentaren zu den jeweiligen Beispielen kann dann auf die spezifischen Lernbedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe eingegangen werden.

     Beispiel:
     (9a) Some locals pointed left; others indicated right. (EO_FICTION_010)
     (9b) Einige Leute zeigten nach links, andere [ ] nach rechts. (GTRANS_FICTION_010)
In Beispiel (9) wird in der deutschen Übersetzung eine verbale Ellipse in einer Gapping-Struktur verwendet. Im englischen Ausgangstext hingegen wird an dieser Stelle ein Synonym des erstgenannten Verbs verwendet, wodurch eine parallele Struktur entsteht. Die englische Sprache ist aufgrund ihrer Geschichte und zahlreichen Entlehnungen besonders reich an Synonymen. Im Deutschen kann an entsprechender Stelle eine Ellipse eine gute Ausdrucksmöglichkeit dar­stellen, falls kein gleichermaßen passendes Synonym zur Verfügung steht oder eine unübliche Kollokation oder Wortwiederholung vermieden werden soll. Da Synonyme meist nie exakt bedeutungsgleich sind, lassen sich vermeintlich bedeutungsgleiche Ausdrücke aus dem Ausgangstext auch nur bedingt durch vergleichbare Lexeme in der Zielsprache wiedergeben, ohne leichte Bedeu­tungsverschiebungen, andere Konnotationen oder stilistische Veränderungen zu generieren. 

In gewissen Fällen sind in grundlegend verschiedenen Textsorten wie fiktional­en Texten (10) und Aktionärsbriefen (11) Ellipsen im Englischen und Deutschen möglich und akzeptabel. Nominale Ellipsen in beiden Sprachen werden beson­ders häufig nach Zahlwörtern oder superlativischen Adjektiven innerhalb eines Satzes oder auch satzübergreifend verwendet.

     Beispiele:
   (10a) At the far end of the tent four men were handing over their stakes to a fifth [ ]. (EO_FICTION_010)
    (10b) Am anderen Ende des Zeltes waren vier Männer gerade dabei, einem fünften [ ] ihren Einsatz in die Hand zu drücken. (GTRANS_FICTION_010)
    (11a) We have a great and unique company. It is one of the most successful [ ] in the world. (EO_SHARE_011)
   (11b) Wir haben ein großartiges und einzigartiges Unternehmen. Es ist eines der erfolgreichsten [ ] auf der Welt. (GTRANS_SHARE_011)
In manchen Fällen ist eine Paraphrasierung möglich, ohne dass der Text in der Zielsprache dadurch länger oder expliziter wird, obwohl eine elliptische Struktur nicht übernommen wird. In Beispiel (12) lässt sich die klausale Ellipse im eng­lischen Satz – ein Beispiel für Sluicing – durch eine Nominalphrase ersetzen, mit der implizit auf einen vorherigen Satz Bezug genommen wird, ohne dass eine elliptische Struktur entsteht.

     Beispiel:
    (12a) Group II introns are found only occasionally in bacteria, and it is easy to see why [ ]. (EO_POPSCI_004)
    (12b) Auch bei Bakterien kommen Gruppe-II-Introns vor, jedoch nur äußerst selten. Der Grund ist leicht einzusehen. (GTRANS_POPSCI_004)
Ellipsen können in der Übersetzung verwendet werden, um Wiederholungen zu vermeiden, die keine spezielle stilistische Funktion erfüllen, sondern im Aus­gangstext aus grammatischen Gründen notwendig waren. Da Adjektive im Eng­lischen nicht flektiert werden, muss dort teilweise ein Substitut oder ein lexi­kalisches Element stehen, wo im Deutschen eine Ellipse möglich ist (13).

    Beispiel:
  (13a) The density of water is higher than that of ice, whereas for all other compounds the solid phase is denser than the liquid phase. (EO_POPSCI_009)
   (13b) Wasser hat eine größere Dichte als Eis, während die Dichte aller anderen Verbindungen im festen Zustand größer ist als im flüssigen [ ]. (GTRANS_POPSCI_009)
Umgekehrt ist es beim Übersetzen vom Deutschen ins Englische bisweilen grammatikalisch notwendig, bei nominalen Ellipsen nach Adjektiven auf andere Mittel auszuweichen. In einem fiktionalen Text wurde entsprechend ein Substi­tut (14b) und in der Übersetzung einer politischen Rede (15b) eine Wortwieder­holung gewählt, welche sich gut in den Text der Rede einfügt, da diese Text­sorte generell von zahlreichen parallelen Strukturen und Wiederholungsfiguren geprägt ist.

    Beispiele:
  (14a) Gerd drückte die Zigarette aus und zündete sich eine neue [ ] an. (GO_FICTION_002)
      (14b) Gerd crushed out the cigarette and lit a new one. (ETRANS_FICTION_002)
    (15a) Ich möchte als Bundespräsident dazu beitragen, das Gefühl der euro­päischen­ Identität zu stärken. Sie verdrängt die nationale [ ] ja nicht. (GO_SPEECH_005)
   (15b) As Federal President, I would like to help strengthen our European identity. It will supplement, not replace, our national identity. (ETRANS_SPEECH_005)
Potentielle Schwierigkeiten ergeben sich dann, wenn eine Ellipse prinzipiell mehrdeutig ist. In (16a) bezieht sich all [ ] anaphorisch speziell auf das Nomen projects und wird daher in der Funktion eines Indefinitbegleiters – gefolgt von einer nominalen Ellipse – verwendet. In der deutschen Übersetzung verschiebt sich die bevorzugte Lesart zu einer exophorischen Interpretation, so dass ‚all‘ eher allgemein als Indefinitpronomen mit Bezug auf eine Gruppe von Menschen verstanden wird, da es im Deutschen seltener ein nicht-belebtes Agens in Subjektposition und keine Kollokation gibt wie im Englischen (projects engage in… / ? Projekte engagieren sich für…).

    Beispiel:
      (16a) We support such projects as the American People Ambassador Program. […] All [ ] engage in the personal exchange of information with leading public and private sector citizens of foreign countries. (EO_ESSAY_023)
     (16b) Wir fördern Projekte wie das American People Ambassador Program […] Alle [ ] engagieren sich für den persönlichen Austausch von Informationen mit führenden Vertretern des öffentlichen und Privatsektors anderer Länder. (GTRANS_ESSAY_023)
Die Ersetzung elliptischer Strukturen durch vollständige Sätze in persuasiven Texten beeinflusst die Struktur und den Stil des Zieltextes und kann dialogische Elemente wie Kurzantworten oder kurze Fragen abschwächen (17).

    Beispiel:
     (17a) There is a way to engage students and make education relevant once again. How? (EO_WEB_005)
    (17b) Es gibt eine Möglichkeit, Schüler zu motivieren und Bildung wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Sie möchten gerne wissen, wie das funktioniert? (GTRANS_WEB_005)
Solche Textausschnitte aus den Korpusdaten, welche sich auch in den im Rah­men des Projektes entwickelten Arbeitsblättern und Übersetzungsübungen wie­derfinden, sollen beispielhaft dazu anregen, dass Fremdsprachenlerner und angehende Übersetzer ein Problembewusstsein für sprach- und textsorten­spezifische Verwendungsmöglichkeiten von Kohäsionsmitteln entwickeln.

6 Zusammenfassung und Ausblick

Unsere Korpusanalyse hat ergeben, dass syntaktische Mittel wie Fragmente und Ellipsen in den untersuchten Textsorten gezielt eingesetzt und ebenso ge­zielt vermieden werden. Insgesamt scheinen im Hinblick auf Ellipsen und Frag­mente weniger sprachsystembedingte Unterschiede zwischen dem Eng­lischen und dem Deutschen zu existieren als zwischen den einzelnen Registern innerhalb der Sprachen, da beide Sprachen ähnliche elliptische Strukturen er­möglichen, die je nach Register und Ellipsen-Subtyp vergleichbare Funktionen übernehmen. Ellipsen können dabei als Kohäsionsmittel, als Stilfigur, zur Ver­meidung von Wiederholungen und zur Fokussierung bestimmter Konstituenten dienen. Erhebliche Unterschiede im Gebrauch der untersuchten Struktu­ren stellten sich tendenziell im Vergleich der Originale und ihrer Übersetzungen heraus: In den übersetzten englischen und deutschen Texten wurden ungleich weniger Ellipsen und Fragmente verwendet als in den dazugehörigen Texten der Ausgangssprache und in vergleichbaren Originaltexten der Zielsprache.


Fremdsprachenlerner, Übersetzer und Autoren fremdsprachlicher Texte sollten sich sprachübergreifend über typische syntaktische Muster und Kohäsionsmittel in unterschiedlichen Kommunikationsszenarien bewusst sein bzw. werden. Wenn stilistisch markierte Konstruktionen wie Ellipsen oder Fragmente vermie­den, falsch oder mit untypischen Häufigkeiten verwendet werden, kann der erstellte Text auf auffällige oder auch subtilere Weise Merkmale übersetzter oder fremdsprachlich produzierter Texte enthalten, stellenweise sogar redun­dant, zu explizit oder syntaktisch vereinfacht wirken. Durch translation shifts in Bezug auf die Art der verwendeten Kohäsionsmittel können sich im Zieltext Verschiebungen semantischer Zusammenhänge oder ungünstige Distanzen zwischen anaphorischen Ausdrücken und Antezedenzien ergeben. 
 

Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde für verschiedene Textsorten eine umfangreiche Sammlung authentischer Belege anaphorischer Ellipsen und Satzfragmente angelegt, welche in Form von Übungsblättern mit Übersetzungs- und Analyseaufgaben im Englischunterricht und ebenso im DaF-Unterricht wie auch in der Ausbildung von Sprachmittlern und Autoren multilingualer Texte Verwendung finden kann. Studierende und Sprachlerner können das GECCo-Korpus für Abfragen von annotierten Strukturen oder bestimmten gramma­tischen oder lexikalischen Mitteln nutzen und ebenfalls von den kommentierten Beispielen mit verschiedenen Übersetzungsvorschlägen und anschaulichen Sammlungen von relevanten Textbelegen profitieren, um sich wichtige Aspekte textueller Kohäsions- und Kohärenzstrukturen bewusst zu machen. 
 

In diesem Sinne leistet unsere korpusbasierte Studie – und auch das GECCo-Forschungsprojekt insgesamt – in dem seit mehreren Jahren zu Kohäsionsmit­teln im Englischen und Deutschen geforscht wird, einen Beitrag zur kontrastiven Linguistik und Diskurslinguistik – mit wichtigen Implikationen und Schnittstellen zu Übersetzungswissenschaft und Fremdsprachendidaktik.


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1  Im Englischen werden diese als nominal / verbal / clausal ellipsis bezeichnet.

2 Ellipsen werden in diesem Beitrag durch eckige Klammern gekennzeichnet. Bei Korpusbeispielen aus dem GECCo-Korpus wird hier die Text-ID, d. h. der korpus­interne Code für den entsprechenden Korpustext angegeben, bestehend aus dem Kürzel für die Korpussektion und der Nummer der jeweiligen Datei (Abkürzungen: EO = englisches Original, GTRANS = deutsche Übersetzung des englischen Origi­nals, GO = deutsches Original, ETRANS = englische Übersetzung des deutschen Originals, s. auch Kapitel 3 zum Korpusaufbau)

3 Subjektlücken in Koordinationsstrukturen werden ausführlich in Bonitz (2014) be­handelt.

4 Vgl. Biber et al. 1999: 224ff zu non-clausal units und Quirk et al. 1985: 838ff zu irregular sentences, nonsentences und block language.

5 In den Korpuszitaten wurde zur besseren Lesbarkeit eine eigene Kursivierung zur Hervorhebung bestimmter Wörter vorgenommen.

6 Es wurden nur solche Übersetzungen in das Korpus integriert, bei denen anzuneh­men ist, dass sie von professionellen Übersetzern angefertigt wurden, welche in ihre Muttersprache übersetzten.

7 Das GECCo-Korpus ist eine deutlich erweiterte Version des früheren CroCo-Korpus (Hansen-Schirra et al. 2012). Die Texte der geschriebensprachlichen Register wur­den allerdings aus dem CroCo-Corpus in das GECCo-Korpus integriert.

8 Querys mit der Abfragesprache CQP (Evert 2005), mit denen potentielle Ellipsen­kontexte abgefragt werden, können lediglich dazu dienen, einige spezielle Ellipsen­arten (z. B. Auslassungen von lexikalischen Verben nach Modalverben am Satz­ende) zu finden, und führen in der Regel zu einer Vielzahl an irrelevanten Treffern, die dann manuell wieder aussortiert werden müssen. Falsche part-of-speech-tags sind im Korpus selten, kommen jedoch – aufgrund der Abweichung dieser von typischen syntaktischen Mustern – gehäuft in Ellipsen-Umgebungen vor. Dies be­deutet, dass mehrere relevante Beispiele allein durch automatisches Abfragen nicht gefunden werden können. Zudem muss jeweils genau geprüft werden, ob es sich um eine kohäsiv oder nicht-kohäsiv gebrauchte Ellipse oder eine andere Art von Fragment handelt und ob es ein Antezedens im Text gibt.

9 Mit der Annotation von Ellipsen ist hier gemeint, dass nicht die Auslassungslücken an sich annotiert wurden durch das Einfügen eines leeren Elements oder der Re­konstruktion und Markierung des ausgelassenen Elements, sondern dass die ver­bleibenden Ellipsen-Remnants in den Annotationen markiert wurden.


10 Die niedrigere Anzahl der Ellipsen im Deutschen in SHARE im Vergleich zum Eng­lischen ergibt sich vermutlich aus der Tatsache, dass die untersuchten deutschen Aktionärsbriefe im Vergleich zu den englischen Texten in der Regel sehr kurz und insgesamt von einem geringen Anteil an Kohäsionsmitteln gekennzeichnet sind.


11 GECCo hat eine webbasierte Version, die im Rahmen der CLARIN-D-Maßnahme  
     erstellt  wurde und nun der wissenschaftlichen Öffentlichkeit auf Anfrage zur Verfü­gung 
     steht. Das annotierte Korpus kann systematisch mit der CQP-Abfragesprache 
     durchsucht werden. Die Suchergebnisse lassen sich nach verschiedenen Kriterien 
     filtern, grafisch darstellen und exportieren (https://fedora.clarin-d.uni-saarland.de
     /cqpweb/; 17.09.2016).